Freiwillige Feuerwehr Zeillern
Unsere Freizeit für Ihre Sicherheit

Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Zeillern

In der Zeit von 1860 bis Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts wurde das Feuerwehrwesen flächendeckend ausgebaut. Diese Ausweitung machte sich am 14. Februar 1897 auch in unserer Marktgemeinde Zeillern durch die Gründung der freiwilligen Feuerwehr bemerkbar. Das Depot wurde im Gemeindehaus Zeillern eingerichtet. Zum ersten Kommando zählten unter anderem Franz Biringer als erster Hauptman und sein Stellvertreter Franz Grabner.

Weitere Gründungsmitglieder waren:

Josef Schachner

Johann Fröschl

Johann Ziervogel

Michael Zeiner

Johann Gerlinger

  Franz Danhofer

Johann Edlinger

Johann Weissinger

  Johann Grubbauer

Alois Brunner

Mathias Brunner

Johann Wolf

Der Feuerwehr stand damals lediglich eine Handdruckspritze zur Verfügung, welche am 8.August 1897 erstmals bei einem Einsatz in Stephanshart gebraucht wurde.

Am 28. Juni 1900 nahm die FF-Zeillern beim Kaiserhuldigungsfackelzug in Wien teil. Eine Urkunde und eine gespendete Saugtruppspritze erinnern an dieses Ereignis.

Am 21. Juni 1908 gründeten die Landwirte Franz Bachinger, Leopold Haimberger, Stefan Bruckböck, Franz Pfaffeneder, Josef Stolz, Stefan Stolz, Josef Ebner, Stefan Handlbichler, Karl Kramer, Georg Dirnberger, Adalbert Pfaffeneder, Johann Schwandl und Johann Kopplinger die Freiwillge Feuerwehr Groschopf, eine Filiale der FF-Zeillern. Zum ersten Hauptmann wurde Franz Bachinger, als Stellvertreter Leopold Haimberger gewählt. Der Landwirt Gebetsberger stellte auf seinem Grundstück eine Hütte zur Verfügung, welche notdürftig als Feuerwehrdepot eingerichtet wurde.


Am 29. Mai 1927 beschloss der Gemeinderat von Zeillern, das Zeughaus der Feuerwehr Groschopf abzureißen und von Baumeister Gruber und Zimmerei Schwandl neu errichten zu lassen. Am 10. Juli 1927 wurde das neue Zeughaus gesegnet und im Anschluss daran fand im Garten des Kommandantenstellvertreters Bachinger ein Fest statt. Laut Brandberichten war die Feuerwehr Zeillern in der Zeit von 1897 bis 1924 zu 24 Bränden ausgerückt. Der Mannschaftsstand beider Wehren betrug in dieser Zeit 64 Mann. Im Protokollbuch wird berichtet, dass am 5. Juli 1925 in Zeillern der Bezirksfeuerwehrtag stattfand. Am Vortag wurde mit Böllern geschossen und am Festtag um fünf Uhr der Bezirksfeuerwehrtag mit musikalischem Weckruf angekündigt.28 Feuerwehren mit 540 Männern nahmen an dieser Veranstaltung teil. Vier Musikkapellen umrahmten dieses Fest, welches am späten Nachmittag im Festgarten ihren Ausklang fand. Am 27. Dezember 1927 verstarb Hauptmann Bieringer.

1929 wurden zwei Motorspritzen angeschafft und die Mannschaftswagen für den Transport der Mannschaft und zur Aufnahme der Spritzen umgebaut.

Ab 1930 wurden die braune Bluse und die schwarze Tellerkappe, später auch nochdie schwarze Hose als Paradeuniform eingeführt. Wie aus den Protokollbüchern zu entnehmen ist, wurden die Kosten für die Einsatzbekleidung sowie der Stoff für die Bluse und den Mantel von der Feuerwehr getragen. Die Hose und die Kosten für die Anfertigung von Bluse und Mantel musste jeder Feuerwehrmann selbst beisteuern.

Am 26. Juni 1932 wurde am Zeughaus der FF-Zeillern eine Ehrentafel des Gründers Karl Bieringer angebracht.

Hauptmann Haugeneder führte am 20. Jänner 1935, anlässlich der 38. Generalversammlung die Wahl des Kommandos mit Stimmzettel ein, und Bürgermeister Stefan Lehner gab die vom Gemeinderat beschlossene Feuerlöschordnung den Anwesenden bekannt. Zeugmeister Hubert Gerlinger absolvierte einen Maschinistenkurs in der Landesfeuerwehrschule Wiener Neustadt. Als ausgebildeter Maschinist wurde er in der Wehr zum Spitzenführer ernannt.

1938 liefen alle Maßnahmen für die Überführung der Feuerwehr in das deutsche System über. Feuerwehrfunktionäre wurden in Zukunft durch das Führerprinzip vom Bürgermeister bestellt. Zum Wehrführer wurde Johann Haugeneder, zum Stellvertreter Franz Bachinger und zum Sachverwalter Karl Geyrhofer bestimmt. Am Ende des Zweiten Weltkrieges musste leider festgestellt werden, dass eine Ausbildung, eine Motorspritze, ein Mannschaftswagen,  350 Meter Schlauchmaterial und diverse Ausrüstungsgegenstände fehlten.

Zwecks Ausbildung und Ertüchtigung der Feuerwehrmänner wurden seit 1950 Wettkampfgruppen ("Neunergruppen") gebildet. So trat 1953 eine Gruppe der Feuerwehr Groschopf das erste Mal zu einem Leistungsbewerb mit Erfolg in Tulln an. Ab diesem Zeitpunkt wurden bis heute die verschiedenen Leistungsbewerbe mit einer oder mehreren Gruppen beschickt.

Das Jahr 1956 war für die Feuerwehr Zeillern von besonderer Bedeutung, zumal die Weichenstellung in Richtung moderne Feuerwehr erfolgte. Die in den Dreißigerjahren angeschaffte Motorspritze sowie die 1947 erworbene Tragkraftspritze mit dem Zweitaktmotor waren zwar noch gebrauchsfähig jedoch nicht mehr den Erfordernissen der Zeit entsprechend. Es war daher notwendig für beide Wehren neue anzuschaffen. So bekam der Zug Zeillern eine Tragkraftspritze Type VW 70 und die Feuerwehr Groschopf - etwas später - ebenfalls eine des gleichen Typs. Um eine effiziente Alarmierung zu gewährleisten, wurden für beide Depots elektrische Sirenen angeschafft. Dadurch wurden die Funktionen der Hornisten, die früher mit Signalhörnern die Bevölkerung von einem Brand informierten beendet.

Das erste Feuerwehrauto Type Opel Blitz, 2.1 Tonnen wurde 1961 angekauft, aber 1970 durch ein Tanklöschfahrzeug TLF 1000 ausgetauscht. Finanziert wurde das neue TLF  durch eine Sammelaktion von der Gemeinde und der Feuerwehr.

Erst bei der Mitgliederversammlung 1971 wurde der Beschluss gefasst, dass alle Uniformen für die Feuerwehrmänner von der Feuerwehr bezahlt werden. Die Mütze soll sich jedoch jeder selber kaufen. Die Einnahmen der Feuerwehr bestanden hauptsächlich aus Reingewinnen der Feuerwehrbälle und aus dem seit 1950 eingeführten Inselfest, sowie aus den jährlich durchgeführten Haussammlungen in der Gemeinde.

1972 wurde die Feuerwehr Zeillern in den Feuer- und Bergungsdienst (FUB - Dienst) eingegliedert und dem 1. FUB - Zug zugeteilt. Auf Anweisung des Landesfeuerwehrkommandanten hatte die Feuerwehr Zeillern mit den Feuerwehren Stefanshart und Wallsee den Feuerschutz ÖMV Schieberstation Empfing, Gemeinde Stefanshart zu übernehmen. Die ÖMV stellte Löschmittel, Geräte und die Schutzanzüge zur Verfügung, sowie eine jährliche finanzielle Abgeltung.